EORI-Nummer: Antrag, Prüfung & Verwendung

Fachlich geprüft: August 2026

EORI steht für Economic Operators Registration and Identification. Die EORI-Nummer ist eine EU-weit eindeutige Identifikationsnummer für Wirtschaftsbeteiligte in Zollvorgängen. Sie verbindet Stammdaten, Bewilligungen und elektronische Kommunikation mit der Zollverwaltung.

Kurzdefinition: Ein in der EU ansässiger Wirtschaftsbeteiligter beantragt seine EORI grundsätzlich im Mitgliedstaat seiner Ansässigkeit. Pro Person/Unternehmen soll es eine EU-weit gültige EORI geben.
ZweckIdentifikation in Zollanmeldungen und Entscheidungen
DeutschlandAntrag/Änderung über Zoll-Portal
Nicht gleichUSt-IdNr., Steuernummer oder Zolltarifnummer

Wer braucht eine EORI?

Wirtschaftsbeteiligte, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit zollrechtlich relevante Handlungen ausführen, benötigen regelmäßig eine EORI. Auch bestimmte andere Personen können je nach Verfahren registrierungspflichtig sein. Privatpersonen brauchen sie für gelegentliche private Vorgänge meist nicht, Sonderfälle sind zu prüfen.

Typische Verwendungen

  • Einfuhr-, Ausfuhr- und Versandanmeldungen,
  • Anträge auf zollrechtliche Bewilligungen/Entscheidungen,
  • summarische Eingangs-/Ausgangsanmeldungen,
  • Zollvertretung und Teilnehmerstammdaten,
  • verbindliche Zolltarifauskunft,
  • ATLAS-/Portal-Kommunikation.

Aufbau und Prüfung

Die Nummer beginnt mit einem Ländercode und nationalem Identifikator. Eine deutsche EORI ist nicht automatisch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Geschäftspartner sollten EORI über offizielle EU-Prüfdienste validieren und Firmenname/Anschrift abgleichen.

Keine fremde EORI verwenden: Die Nummer muss zur tatsächlich erklärten Person/Rolle passen. Der Zollvertreter hat eine eigene EORI; die Vertretung ersetzt nicht die Identität des Importeurs/Ausführers.

Antrag in Deutschland

  1. Zoll-Portal-Konto und erforderliche Authentisierung einrichten.
  2. Dienstleistung EORI-Nummer aufrufen.
  3. Rechtsform, Anschrift und Identifikationsdaten angeben.
  4. Vertretungsberechtigung/Nachweise beifügen, wenn verlangt.
  5. Bearbeitung abwarten und Nummer in Stammdaten übernehmen.
  6. Änderungen und Umfirmierung zeitnah melden.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen exportiert erstmals in die Schweiz. Vor Anmeldung beantragt es EORI, prüft Ausführerrolle und hinterlegt Nummer in IAA-Plus. Die Spedition nutzt ihre eigene Vertreter-EORI, meldet aber den Mandanten mit dessen korrekter EORI.

Häufige Fehler

  • USt-IdNr. als EORI eintragen,
  • mehrere Nummern in verschiedenen EU-Staaten beantragen,
  • alte Firmenanschrift nicht ändern,
  • EORI erst am Abholtag beantragen,
  • Vertreter- und Anmelderrolle verwechseln.

Quelle

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