Frachtkosten: Bestandteile & Kalkulation erklärt
Fachlich geprüft: August 2026
Frachtkosten sind die Kosten, die für die Beförderung eines Gutes zwischen Übernahme- und Ablieferungsort vereinbart werden. In Angeboten bestehen sie selten nur aus einem Kilometer- oder Kilopreis: Grundfracht, Zu- und Abschläge, Wartezeit und gebuchte Zusatzleistungen ergeben den tatsächlichen Gesamtpreis.
Typische Bestandteile
| Position | Beispiel |
|---|---|
| Grundfracht | Preis nach Relation, Gewicht, Volumen oder Lademeter |
| Maut-/Infrastrukturkosten | vertraglich weiterberechnete streckenbezogene Kosten |
| Kraftstoffzuschlag | variabler Zuschlag nach vereinbartem Index |
| Abhol-/Zustellzuschlag | Randgebiet, Insel, Privatadresse oder Zeitfenster |
| Zusatzleistung | Ladebordwand, Avis, Express, Nachnahme |
| Standgeld | Warten über die vereinbarte/angemessene Ladezeit hinaus |
| Sondergut | Gefahrgut, Kühlung, Übermaß oder besondere Sicherung |
Wovon hängt der Preis ab?
- Transportart und Verkehrsträger,
- Entfernung, Route, Maut und Rückladungsmöglichkeiten,
- tatsächliches oder frachtpflichtiges Gewicht, Volumen und Lademeter,
- Packstückzahl, Stapelfähigkeit und Umschlagaufwand,
- Lieferfrist, Fixtermin und Servicelevel,
- Fahrzeugbedarf, Temperatur, Gefahrgut oder Wert,
- Marktkapazität und Vertragslaufzeit.
Kalkulationsbeispiel
Für eine Sendung werden 420 Euro Grundfracht, 38 Euro Maut, 12 Prozent Kraftstoffzuschlag auf die definierte Basis und 45 Euro für eine Ladebordwand berechnet. Ob der Zuschlag nur auf die Grundfracht oder auch auf andere Positionen gilt, muss der Vertrag festlegen. Eine transparente Kalkulation zeigt Basis, Satz und Einzelbetrag statt nur eines Endpreises.
Frachtkosten und Incoterms
Incoterms verteilen bestimmte Kosten und Risiken zwischen Verkäufer und Käufer, legen aber keinen Frachtpreis fest. Auch „frachtfrei“ bedeutet nur, dass eine Partei die Fracht bis zum benannten Ort trägt; Zuschläge, Entladung, Zoll und Versicherung sind anhand der konkreten Klausel und des Vertrags zu prüfen.
Prüfcheck für Rechnungen
- Auftragsnummer, Relation und Service mit Angebot abgleichen.
- Gewicht, Maße, Paletten- oder Lademeterbasis prüfen.
- Index und Berechnungsbasis variabler Zuschläge kontrollieren.
- Wartezeit und Zusatzleistungen mit Zeit-/Leistungsnachweis belegen.
- Steuern, Zoll und Auslagen getrennt ausweisen.
- Abweichungen innerhalb vereinbarter Fristen reklamieren.