Gigaliner/Lang-Lkw: Maße, Regeln & Einsatz

Fachlich geprüft: August 2026

Gigaliner ist ein nichtamtlicher Name für Lang-Lkw. Diese Fahrzeugkombinationen sind länger als Standard-Lkw und dürfen in Deutschland nur unter den Voraussetzungen der LKWÜberlStVAusnV und grundsätzlich auf dem freigegebenen Positivnetz verkehren.

Kurzdefinition: Bestimmte Lang-Lkw-Kombinationen dürfen bis 25,25 Meter lang sein. Sie erhalten aber keine pauschal höhere Gesamtmasse: regelmäßig gelten 40 Tonnen beziehungsweise 44 Tonnen im kombinierten Verkehr.
Längeje Typ bis 25,25 m; Typ 1 bis 17,88 m
Gewichtkeine generelle Erhöhung gegenüber Standardverkehr
Routefreigegebenes Streckennetz und Anschlussbedingungen

Warum werden Lang-Lkw eingesetzt?

  • mehr Ladevolumen pro Fahrt,
  • geeignet für leichte, voluminöse Güter,
  • weniger Fahrzeugfahrten bei passender Auslastung,
  • Potenzial für geringere Emissionen je Ladeeinheit,
  • effiziente Verbindungen zwischen großen Logistikstandorten.

Wichtige Anforderungen

  • zulässiger Fahrzeug-/Kombinationstyp,
  • Route auf aktuell freigegebenem Netz,
  • technische Sicherheitsausstattung nach Verordnung,
  • geeigneter und qualifizierter Fahrer,
  • zulässige Abmessungen, Achslasten und Gesamtmasse,
  • keine ungeprüfte Beförderung ausgeschlossener Güter,
  • ausreichender Rangier- und Ladebereich.
Nicht mit Schwertransport verwechseln: Ein Lang-Lkw nutzt Überlänge für mehr Volumen innerhalb der regulären Massengrenzen. Ein Schwertransport überschreitet aufgrund Ladung/Fahrzeug zulässige Gewichte oder Achslasten und benötigt andere Erlaubnisse.

Typische Kombinationen

Konzept Aufbau
Motorwagen + Dolly + Sattelauflieger mehrgliedrige Kombination bis 25,25 m
Sattelzug + Zentralachsanhänger Auflieger plus zusätzlicher Anhänger
Motorwagen + Anhänger überlange Gliederzugvariante
verlängerter Sattelauflieger (Typ 1) bis 17,88 m Gesamtlänge unter Sonderregeln

Planungscheck

  1. Volumen-/Gewichtsprofil der Relation prüfen.
  2. Fahrzeugtyp und technische Dokumente bestätigen.
  3. gesamte Route inklusive letzte Meile gegen Positivnetz prüfen.
  4. Hof, Kurven, Tore und Parkflächen bewerten.
  5. Fahrer- und Ladungsanforderungen kontrollieren.
  6. Alternativplan bei Sperrung oder Routenabweichung festlegen.

Praxisbeispiel

Leichte Dämmstoffe füllen einen Standardauflieger, bevor die Gewichtsgrenze erreicht ist. Ein Lang-Lkw kann mehr Volumen transportieren. Für schwere Stahlteile bringt die zusätzliche Länge dagegen wenig, weil die zulässige Masse zuerst erreicht wird.

Amtliche Quelle

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