GTIN: Aufbau, Formate & Unterschied zum Barcode

Fachlich geprüft: August 2026

Die GTIN (Global Trade Item Number) identifiziert eine definierte Art von Handelsartikel weltweit eindeutig. Sie wird in Einkauf, Verkauf, Katalogen, Lager und Kasse verwendet und kann in verschiedenen GS1-Barcodes oder Datenträgern codiert werden.

Kurzdefinition: Die GTIN ist die Nummer zur Identifikation eines Handelsartikels. Der Barcode ist lediglich eine maschinenlesbare Darstellung dieser Nummer und gegebenenfalls weiterer Daten.
FormateGTIN-8, GTIN-12, GTIN-13, GTIN-14
Letzte StellePrüfziffer
Verantwortungin der Regel der Markeninhaber

Welche GTIN-Formate gibt es?

Format Typischer Kontext
GTIN-8 kleine Artikel mit begrenzter Kennzeichnungsfläche
GTIN-12 vor allem nordamerikanischer UPC-Kontext
GTIN-13 weit verbreitete Konsumenteneinheit, häufig im EAN-13-Barcode
GTIN-14 Darstellung bis 14 Stellen, unter anderem für höhere Verpackungsstufen

In Datenbanken werden GTINs häufig in einem 14-stelligen Feld mit führenden Nullen gespeichert. Diese Nullen verändern die Identität nicht, dürfen aber bei Schnittstellen nicht versehentlich abgeschnitten oder als Zahl formatiert werden.

Wie ist eine GTIN aufgebaut?

Je nach Format besteht sie aus einer GS1-Basisnummer beziehungsweise einem zugeteilten Präfixbereich, einer Artikelreferenz und einer abschließenden Prüfziffer. Bei bestimmten Verpackungsstufen kommt ein Indikator hinzu. Die Ziffern sind kein verlässlicher Herkunftsnachweis: Der Präfixbereich zeigt nicht automatisch Herstellungsland oder Warenursprung.

Wann braucht ein Produkt eine neue GTIN?

  • wenn sich ein Merkmal ändert, das Handelspartner oder Verbraucher unterscheiden müssen,
  • bei relevanter Änderung von Inhalt, Abmessung, Packungsmenge oder Variante,
  • für unterschiedliche Verpackungsstufen, die eigenständig bestellt oder fakturiert werden,
  • nach den aktuellen GS1 GTIN Management Rules für den konkreten Änderungsfall.
Keine Einzelstück-Identifikation: Eine GTIN identifiziert die Produktart. Eine Million identische Flaschen können dieselbe GTIN tragen. Erst die Kombination mit einer Seriennummer identifiziert ein einzelnes Exemplar; Charge oder Los grenzen eine Produktionsmenge ab.

GTIN, Barcode, Charge und SSCC

Kennung Identifiziert
GTIN Handelsartikel beziehungsweise Produktvariante
Barcode Datenträger, der GTIN und weitere Daten maschinenlesbar macht
Chargennummer Produktions- oder Losmenge
Seriennummer ein einzelnes Exemplar in Verbindung mit der Produktkennung
SSCC individuelle logistische Einheit wie Palette oder Versandstück

Praxisbeispiel

Eine 500-ml-Flasche und eine 1-Liter-Flasche desselben Getränks erhalten unterschiedliche GTINs. Alle 500-ml-Flaschen derselben Variante tragen dieselbe GTIN. Für einen Rückruf wird zusätzlich die Charge erfasst; eine versandfertige Mischpalette erhält einen SSCC.

Implementierungs-Checkliste

  1. GTIN beim berechtigten Markeninhaber verwalten.
  2. Vergaberegeln vor Produkteinführung prüfen.
  3. Nummer als Zeichenkette ohne Rechenformat speichern.
  4. Prüfziffer validieren.
  5. geeigneten Barcode nach Scan- und Prozessanforderung wählen.
  6. Stammdaten mit Handelspartnern synchronisieren.

Offizielle Quellen

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