Volumengewicht: Formel, Rundung und Rechenbeispiele

Volumengewicht ist ein rechnerisches Gewicht, mit dem ein Transporttarif den Platzbedarf einer Sendung berücksichtigt. Ein großer leichter Karton beansprucht mehr Kapazität als ein kleiner Karton mit derselben Masse. Deshalb kann die Abrechnung nach dem Volumengewicht statt nach dem Waagengewicht erfolgen.

Die Formel

Volumengewicht in kg = Länge × Breite × Höhe in cm ÷ tariflicher Divisor. Wichtig sind die maximalen Außenmaße des fertig verpackten Packstücks. Der Divisor muss zum gebuchten Produkt und zur verwendeten Maßeinheit passen. Er ist keine frei wählbare Zahl.

DHL Express erläutert Maße, Gewichte und Volumengewicht für seine Produkte. Andere Tarife können andere Umrechnungen und Rundungen verwenden. Ein Expressdivisor darf daher nicht automatisch auf Stückgut, Luftfracht oder Seefracht übertragen werden.

Beispiel 1: leichter Karton

Ein verpackter Karton misst 60 × 40 × 35 Zentimeter und wiegt tatsächlich acht Kilogramm. Unter der ausdrücklich angenommenen Tarifregel Divisor 5.000 ergibt sich:

60 × 40 × 35 = 84.000 cm³; 84.000 ÷ 5.000 = 16,8 kg Volumengewicht. Wenn der Tarif den höheren Wert aus Ist- und Volumengewicht und anschließend Aufrundung auf volle Kilogramm vorsieht, beträgt das Abrechnungsgewicht 17 kg. Die Rundung ist Teil der Beispielannahme, keine allgemeine Regel für alle Expressprodukte.

Beispiel 2: zwei Packstücke

Packstück Außenmaße Istgewicht Volumengewicht bei 5.000 Höherer Wert
A 60 × 40 × 35 cm 8 kg 16,8 kg 16,8 kg
B 30 × 30 × 30 cm 12 kg 5,4 kg 12 kg

Wird jedes Packstück einzeln verglichen und auf volle Kilogramm aufgerundet, ergeben sich 17 + 12 = 29 kg. Würde man stattdessen erst beide Istgewichte und beide Volumengewichte addieren und dann vergleichen, entstünde ein anderer Wert. Welche Methode zulässig ist, bestimmt der Tarif. Genau hier entstehen bei Mehrpackstücksendungen häufig Abrechnungsunterschiede.

Richtig messen und dokumentieren

  1. Packstück vollständig verpacken, einschließlich Griffe, Polster und überstehender Teile.
  2. Die größten äußeren Abmessungen messen, nicht die Innenmaße des Kartons.
  3. Maßeinheit und vorgeschriebene Maßrundung prüfen.
  4. Jedes Packstück wiegen und nach der Tarifregel berechnen.
  5. Höheren Wert, Mindestgewicht und Gewichtsrundung anwenden.
  6. Messwerte und verwendete Tarifversion für spätere Rückfragen aufbewahren.

Volumen senken, ohne die Ware zu gefährden

Ein passenderer Karton kann wirtschaftlicher sein. Wird das Beispielpackstück sicher auf 50 × 40 × 30 Zentimeter reduziert, beträgt sein Volumen 60.000 cm³ und der Rechenwert bei Divisor 5.000 nur zwölf Kilogramm. Ob sich daraus tatsächlich ein niedrigerer Preis ergibt, hängt von den Tarifstufen und weiteren Gebühren ab. Polsterung wegzulassen, obwohl sie für den Produktschutz benötigt wird, ist keine sinnvolle Einsparung.

Abgrenzung zu Lademetern

Lademeter beschreiben belegte Bodenfläche über die Ladebreite. Kubikmeter beschreiben das geometrische Volumen. Volumengewicht übersetzt Volumen nach einer Tarifregel in ein Gewicht. Eine nicht stapelbare Palette kann zusätzlich Stellfläche blockieren, obwohl über ihr viel Luft bleibt.

Häufige Fragen

Gilt immer der Divisor 5.000?

Nein. Er ist hier ein Rechenbeispiel und kommt in bestimmten Tarifen vor. Maßgeblich sind Produkt, Vertrag, Einheit und Rundungsregel.

Warum ist das Rechnungsgewicht höher als das Waagengewicht?

Wenn der Tarif den Platzbedarf über das Volumengewicht berücksichtigt, kann dieser Wert größer sein. Auch Mindestgewichte und Rundungen können eine Rolle spielen.

Kann ich mehrere Pakete gemeinsam berechnen?

Nur nach der vorgeschriebenen Tarifmethode. Eine vorzeitige Summierung kann den erforderlichen Einzelvergleich von Ist- und Volumengewicht verfälschen.

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