Internetmarke der Deutschen Post: Anleitung, Preise & Druck
Porto online kaufen, richtig ausdrucken und Fehler vermeiden
Mit der Internetmarke der Deutschen Post kaufen Sie Briefporto online und drucken es sofort auf Papier, Etiketten oder Umschläge. Das eignet sich für einzelne Briefe ebenso wie für kleine Serien. Zusatzkosten für die Frankierung fallen nicht an: Sie zahlen den jeweiligen Portopreis. Wichtig sind jedoch das richtige Produkt, ein sauberer Ausdruck und ein unbeschädigter Matrixcode. Dieser Ratgeber erklärt den vollständigen Ablauf, die aktuellen Preise 2026 sowie die häufigsten Fehler.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Internetmarke ist digitales Porto zum Ausdrucken und kann ohne Filialbesuch gekauft werden.
- Sie ist für nationale und internationale Briefe, Postkarten, Warensendungen und verschiedene Einschreiben erhältlich.
- Eine Internetmarke gilt bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Kauf. Das Kaufdatum ist aufgedruckt.
- Der Ausdruck muss mindestens 300 dpi haben; beim Drucken ist „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ zu wählen.
- Der Matrixcode darf nicht geknickt, beschnitten, überklebt oder ein zweites Mal für eine Sendung verwendet werden.
- Privatkunden kaufen im Shop der Deutschen Post. Die Portokasse ist seit 2025 auf Geschäftskunden und Geschäftsanwendungen ausgerichtet.
Was ist eine Internetmarke?
Die Internetmarke ist ein Frankiervermerk mit individuellem Matrixcode. Nach Auswahl und Bezahlung stellt die Deutsche Post eine PDF-Datei bereit. Sie können die Marke mit oder ohne Absender- und Empfängeranschrift erzeugen und je nach Produkt auch ein Motiv wählen. Der Code macht jede Marke eindeutig und verhindert eine mehrfache Nutzung.
Anders als bei der Mobilen Briefmarke benötigen Sie einen Drucker. Die Mobile Briefmarke erzeugt dagegen einen Porto-Code, der handschriftlich auf den Umschlag übertragen wird. Für einen einzelnen Brief unterwegs ist der mobile Code oft bequemer. Bei mehreren Sendungen, vorgedruckten Adressen oder Etikettenbögen ist die Internetmarke die bessere Wahl.
Welche Sendungen lassen sich damit frankieren?
Zum regulären Sortiment gehören Postkarten, Standard-, Kompakt-, Groß- und Maxibriefe innerhalb Deutschlands sowie entsprechende internationale Briefprodukte. Hinzu kommen nationale Warensendungen und Zusatzleistungen wie Einschreiben. Die Internetmarke ist dagegen kein Ersatz für ein DHL-Paketlabel: Für Päckchen und Pakete nutzen Sie die DHL-Onlinefrankierung mit deren eigenen Größen-, Haftungs- und Trackingbedingungen.
Beim Inhalt ist die Produktbezeichnung entscheidend. Nationale Briefe dürfen Dokumente und – innerhalb der jeweiligen Bedingungen – auch kleine Gegenstände enthalten. Eine Warensendung ist speziell für Bücher, Güter und Waren gedacht; persönliche adressierte Mitteilungen sind dabei ausgeschlossen. Oberhalb der Anschrift muss deutlich „Warensendung“ stehen. International gelten strengere Regeln: Brief International ist grundsätzlich für Dokumente vorgesehen. Für Waren sind je nach Zielland ein geeignetes Waren- oder Paketprodukt sowie elektronische Zollangaben erforderlich.
Internetmarke kaufen und drucken: Anleitung in 7 Schritten
- Sendung messen und wiegen: Prüfen Sie Länge, Breite, Dicke und Gesamtgewicht einschließlich Umschlag und Einlage. Schon wenige Millimeter können aus einem Kompakt- einen Großbrief machen.
- Produkt wählen: Öffnen Sie die offizielle Internetmarke der Deutschen Post und wählen Sie Postkarte, Standard-, Kompakt-, Groß- oder Maxibrief, Warensendung beziehungsweise eine Zusatzleistung.
- Zielregion festlegen: Nationales und internationales Porto unterscheiden sich. Waren dürfen in internationalen Briefen nicht wie Dokumente behandelt werden; prüfen Sie vor Auslandsversand zusätzlich Zoll- und Inhaltsvorgaben.
- Adresse oder Motiv ergänzen: Absender- und Empfängerangaben können direkt in die Frankierung integriert werden. Kontrollieren Sie Postleitzahl, Hausnummer und Ländernamen vor dem Kauf.
- Druckmedium auswählen: Legen Sie Normalpapier, Umschlag oder ein passendes Etikettenformat fest. Nutzen Sie vor größeren Serien einen Testausdruck.
- Bezahlen und PDF sichern: Schließen Sie den Kauf mit einer im Shop angebotenen Zahlart ab. Geschäftskunden mit angebundener Anwendung bezahlen über die Portokasse. Speichern Sie die PDF lokal, solange der Download verfügbar ist.
- In Originalgröße drucken: Stellen Sie im PDF-Druckdialog „Tatsächliche Größe“ oder „Keine Seitenanpassung“ ein. Kleben Sie die Marke glatt und vollständig oben rechts auf.
Internetmarke: Preise und Formate 2026
Die Internetmarke kostet genauso viel wie das entsprechende Briefprodukt. Die folgende Übersicht basiert auf dem Preisverzeichnis der Deutschen Post mit Stand 1. Juli 2026.
| Produkt national | Preis | Maximalmaß | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Postkarte | 0,95 € | 235 × 125 mm | 150–500 g/m² Flächengewicht |
| Standardbrief | 0,95 € | 235 × 125 × 5 mm | bis 20 g |
| Kompaktbrief | 1,10 € | 235 × 125 × 10 mm | bis 50 g |
| Großbrief | 1,80 € | 353 × 250 × 20 mm | bis 500 g |
| Maxibrief | 2,90 € | 353 × 250 × 50 mm | bis 1.000 g |
| Warensendung | 2,70 € | 353 × 250 × 50 mm | bis 1.000 g |
Für nationale Maxibriefe bis 2.000 Gramm beziehungsweise größere zulässige Maße fällt ein Zuschlag von 2,20 Euro an. Bei der Warensendung bis 2.000 Gramm beträgt der Zuschlag 0,85 Euro. Maße und Preise können sich ändern; kontrollieren Sie vor dem Kauf die aktuelle Portoauswahl. Ausführliche Formatregeln finden Sie auch im KEP-AG-Ratgeber zum Kompaktbrief.
Format schlägt Bauchgefühl
Ein Umschlag wird nicht allein nach seinem Gewicht eingestuft. Ein 18 Gramm leichter Brief ist kein Standardbrief, wenn er dicker als fünf Millimeter oder größer als 235 × 125 Millimeter ist. Umgekehrt darf ein flacher DIN-A4-Umschlag nicht als Kompaktbrief frankiert werden, weil dessen Höchstmaße überschritten sind. Messen Sie gepolsterte Sendungen an der dicksten Stelle und wiegen Sie sie fertig verschlossen. Bei starren oder ungleichmäßig gefüllten Umschlägen kann außerdem die maschinelle Verarbeitung beeinträchtigt sein.
Richtig drucken: Papier, Etiketten und Druckqualität
Ein Tintenstrahl- oder Laserdrucker genügt, wenn er mindestens 300 dpi sauber ausgibt. Entscheidend ist ein kontrastreicher, vollständig sichtbarer Matrixcode. Ein Thermo-Labeldrucker ist ebenfalls geeignet, sofern das vor dem Kauf gewählte Format exakt zum Etikett passt.
Bei Normalpapier schneiden Sie die Marke mit ausreichend Rand aus und befestigen sie mit Klebestift. Selbstklebende Etiketten sind für Serien praktischer. Transparentes Klebeband über dem Matrixcode ist riskant: Spiegelungen, Falten und Abrieb können die maschinelle Lesbarkeit verschlechtern. Platzieren Sie die Frankierung nicht über einer Kante und verändern Sie die PDF nicht in einer Bildbearbeitung.
Wenn der Ausdruck verschoben oder zu klein ist
Prüfen Sie zuerst die Skalierung. „An Seite anpassen“, „Verkleinern“ oder ein falsches Papierformat sind typische Ursachen. Drucken Sie mit 100 Prozent beziehungsweise „Tatsächliche Größe“. Bei Etikettenbögen müssen das in der Internetmarke gewählte Format, der eingelegte Bogen und die Druckereinstellung übereinstimmen. Testen Sie die Position zunächst auf Normalpapier und legen Sie den Ausdruck über den Etikettenbogen.
Gültigkeit, Fehldruck und Erstattung
Internetmarken verlieren ihre Gültigkeit mit Ablauf des dritten auf den Kauf folgenden Kalenderjahres. Eine im Mai 2026 gekaufte Marke ist damit grundsätzlich bis zum 31. Dezember 2029 verwendbar. Nach Fristablauf ist keine Erstattung vorgesehen.
Die PDF darf bei einem Fehldruck erneut ausgedruckt werden, aber der zugehörige Frankiercode darf nur einmal für eine eingelieferte Sendung genutzt werden. Vernichten Sie unbrauchbare Ausdrucke so, dass der Code nicht versehentlich verwendet wird. Für über eine Geschäftsanwendung gekaufte Marken kann innerhalb von 14 Tagen eine Erstattung angefragt werden; die Deutsche Post verlangt dazu das PDF und prüft die Gutschrift. Bei Käufen im Shop ist der Shop-Kundenservice zuständig.
Sendungsverfolgung: Was der Matrixcode wirklich zeigt
Normale Internetmarken bieten eine kostenlose Basis-Sendungsverfolgung. Scannen Sie den Matrixcode vor dem Einwurf in der Post & DHL App. Sichtbar sind in der Regel Bearbeitungen im Start- und Zielbriefzentrum. Das ist kein Zustellnachweis und die Daten sind nicht garantiert vollständig. Starre, unebene oder manuell sortierte Sendungen können ohne Scan bleiben.
Die Basisverfolgung beantwortet daher nur begrenzt die Frage, wo sich ein Brief befindet. Ein Scan im Startbriefzentrum belegt eine maschinelle Bearbeitung, aber nicht zwingend den Zeitpunkt des Einwurfs. Ein Scan im Zielbriefzentrum bedeutet noch nicht, dass die Sendung zugestellt wurde. Bleibt die Anzeige leer, ist das ebenfalls kein sicherer Verlustnachweis. Warten Sie zunächst die übliche Laufzeit ab und kontaktieren Sie bei wichtigen Sendungen den Absender beziehungsweise den Kundenservice.
Benötigen Sie einen belastbaren Nachweis, wählen Sie ein Einschreiben. Ein Einschreiben Einwurf dokumentiert die Ablage und beinhaltet eine begrenzte Haftung; weitere Varianten bieten eine persönliche Übergabe. Für Kündigungen, Fristsachen oder wertvolle Unterlagen sollte nicht allein die Basisverfolgung maßgeblich sein.
Einlieferung und typische Fehler
Frankierte Standardbriefe, Postkarten und geeignete Warensendungen können in einen Briefkasten oder in einer Filiale eingeliefert werden. Für Einschreiben empfiehlt sich die Filiale, wenn Sie einen Einlieferungsbeleg benötigen. Kontrollieren Sie vor dem Versand:
- Produkt, Gewicht, Maße und Inhalt passen zusammen.
- Empfängeradresse und Absender sind vollständig und gut lesbar.
- Die Internetmarke sitzt glatt oben rechts; der Matrixcode ist frei.
- Es ist nur eine gültige Internetmarke angebracht.
- Die Marke wird nicht mit klassischen Briefmarken gemischt.
- Bei Warensendungen steht „Warensendung“ oberhalb der Anschrift.
Unterfrankierung kann eine Rücksendung oder ein Nachentgelt auslösen. Wie fehlendes Porto behandelt wird, erklärt der Beitrag Nachentgelt bei der Post.
Privatkunden und Geschäftskunden: der wichtige Unterschied
Privatkunden benötigen keine Portokasse. Sie kaufen Internetmarken direkt im Shop und nutzen dessen angebotene Zahlungsarten. Die Portokasse ist ein Prepaid-Wallet für Geschäftskunden, die Internetmarken über eine angebundene Versand-, Shop-, ERP- oder Branchenlösung erzeugen. Sie wurde Ende 2024 als Zahlungsmittel für Privatkunden und im Post-Shop eingestellt.
Für gelegentliche Sendungen reicht der Shop. Wer täglich viele Briefe oder Waren verschickt, profitiert dagegen von Adressimport, Versandregeln, Serienerstellung und einer technischen Integration. Entscheidend ist nicht nur der Etikettendruck: Adressprüfung, Dokumentation, Retourenprozess und die Wahl des richtigen Produkts bestimmen den Aufwand. Einen breiteren Überblick bietet der Versanddienstleister-Vergleich für Onlineshops.
Internetmarke, Mobile Briefmarke oder Filiale?
| Situation | Beste Option | Warum? |
|---|---|---|
| Ein Brief, kein Drucker | Mobile Briefmarke | Porto-Code wird handschriftlich notiert |
| Einzelbrief mit Drucker | Internetmarke | Sofort verfügbar, Adresse integrierbar |
| Mehrere Briefe oder Etiketten | Internetmarke | Serien- und Etikettendruck |
| Unsicheres Format oder Gewicht | Filiale | Messung, Beratung und direkte Frankierung |
| Hohe tägliche Versandmenge | Geschäftsanwendung/API | Automatisierung und Portokasse |
Häufige Fragen zur Internetmarke
Kann ich eine Internetmarke mehrfach ausdrucken?
Sie können die PDF bei einem Fehldruck erneut öffnen und drucken. Eingeliefert werden darf der individuelle Code jedoch nur einmal. Eine Kopie für eine zweite Sendung ist ungültig.
Kann ich eine Internetmarke mit Briefmarken ergänzen?
Nein. Eine Mischfrankierung aus Internetmarke und klassischen Briefmarken ist nicht zulässig. Kaufen Sie stattdessen eine passende neue Frankierung beziehungsweise die ausdrücklich vorgesehene Ergänzungsmarke.
Brauche ich ein Konto?
Der konkrete Kaufprozess und die verfügbaren Zahlungsarten richten sich nach dem Shop. Ein Kundenkonto erleichtert den Zugriff auf Bestellungen. Eine Portokasse benötigen nur Geschäftskunden bei der Nutzung angebundener Anwendungen.
Ist die Internetmarke kostenlos?
Der Service selbst verursacht keinen Aufpreis. Sie zahlen das Porto des gewählten Produkts und gegebenenfalls den Preis einer Zusatzleistung wie Einschreiben.
Warum wird meine Internetmarke nicht erkannt?
Häufige Ursachen sind zu niedrige Druckauflösung, Skalierung, schwacher Kontrast, beschädigte Codes, glänzendes Klebeband oder eine Platzierung über Kanten. Drucken Sie neu mit mindestens 300 dpi und Originalgröße. Verwenden Sie nur den unbeschädigten Ausdruck für die Sendung.
Stand: 29. September 2026. Preise und Produktbedingungen können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Deutschen Post.
Die KEP-Redaktion veröffentlicht praxisorientierte Fachbeiträge zu Kurier-, Express- und Paketlogistik, Versand, Transport und E-Commerce-Logistik. Inhalte werden verständlich aufbereitet und bei wesentlichen Änderungen aktualisiert.