Supply Chain Management: Ziele, Prozesse & Kennzahlen

Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026

Supply Chain Management (SCM) plant und steuert die unternehmensübergreifende Lieferkette – von Lieferanten und Produktion über Lager und Transport bis zum Kunden und gegebenenfalls zur Rückführung.

Definition: SCM ist die koordinierte Gestaltung von Material-, Informations- und Finanzflüssen über mehrere Stufen und Partner. Ziel ist nicht die isolierte Optimierung eines Lagers oder Transports, sondern die Gesamtleistung der Kette.
Ebene
strategisch, taktisch und operativ
Flüsse
Ware, Daten und Geld
Ziel
Service, Kosten, Bestand und Risiko ausbalancieren

Zentrale Prozesse

  • Bedarfs- und Absatzplanung,
  • Beschaffung und Lieferantensteuerung,
  • Produktions- und Kapazitätsplanung,
  • Lager- und Bestandsmanagement,
  • Transport und Distribution,
  • Auftragsabwicklung und Kundenservice,
  • Retouren, Recycling und Kreisläufe.
Ziel Beispiel-KPI
Lieferfähigkeit OTIF, Servicegrad und Fehlteile
Bestand Reichweite und Umschlag
Zeit Order-to-Delivery- und Beschaffungszeit
Kosten Supply-Chain-Kosten je Auftrag oder Umsatz
Qualität Fehler, Schäden und Retouren
Resilienz Wiederanlaufzeit und kritische Abhängigkeiten

SCM und Logistik

Logistik gestaltet vor allem Transport, Umschlag, Lagerung und die dazugehörigen Informationen. SCM umfasst zusätzlich Planung, Beschaffung, Produktion, Partnerbeziehungen und Zielkonflikte über Unternehmensgrenzen hinweg.

Beispiel: Ein Händler senkt den Lagerbestand. Lokal verbessert das Kapitalbindung, doch Lieferzeit und Sonderfrachten steigen. SCM bewertet die Gesamtauswirkung statt nur die Lagerkennzahl.

Risiken und Resilienz

Typische Risiken sind Einzelquellen, geopolitische Störungen, Kapazitätsengpässe, fehlerhafte Daten, Cyberangriffe und extreme Wetterereignisse. Maßnahmen reichen von alternativen Lieferanten über Puffer und flexible Routen bis zu Notfallplänen. Mehr Bestand ist nur einer von mehreren Hebeln.

Praxis-Tipp: Definieren Sie End-to-End-Verantwortung und gemeinsame Daten. Wenn Einkauf, Produktion und Logistik getrennte Ziele verfolgen, wird die Kette trotz lokaler Effizienz schlechter.

Verwandte Begriffe

Beschaffungslogistik steuert den Zufluss, Omnichannel-Logistik kanalübergreifende Aufträge und Kontraktlogistik ausgelagerte Prozesspakete.

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