APS-System: Produktions- & Lieferplanung erklärt
Fachlich geprüft: August 2026
APS steht für Advanced Planning and Scheduling. Ein APS-System berechnet Beschaffungs-, Produktions- und Lieferpläne unter Berücksichtigung begrenzter Maschinen, Materialien, Personal, Kalender und Transportkapazitäten. Es ergänzt ERP/MRP um realistischere, oft optimierte Planung.
Kurzdefinition: APS beantwortet nicht nur „Was wird benötigt?“, sondern „Wann und auf welcher Ressource ist es unter Restriktionen machbar?“.
PlanungDemand, Supply, Material, Kapazität, Reihenfolge
Horizontestrategisch, taktisch, operativ
Typische Funktionen
- Absatz-/Bedarfsplanung,
- Netzwerk- und Bestandsplanung,
- Material- und Kapazitätsabgleich,
- Feinplanung und Reihenfolgeoptimierung,
- Available-/Capable-to-Promise,
- Szenarien und What-if-Analyse,
- Priorisierung bei Engpässen.
APS, ERP und MES
| System | Aufgabe |
|---|---|
| ERP | Aufträge, Bestände, kaufmännische Prozesse |
| APS | restriktionsbasierte Planung und Optimierung |
| MES | operative Ausführung/Rückmeldung in Produktion |
| TMS | Transportkapazität, Tour und Carrier |
Planungsablauf
- Bedarf, Aufträge und Prognosen übernehmen.
- Bestand, Zugänge, Stücklisten und Arbeitspläne laden.
- Kapazitäten, Kalender und Restriktionen berücksichtigen.
- Zielgröße definieren: Termin, Bestand, Rüstung, Kosten.
- Plan berechnen und Engpässe sichtbar machen.
- Planer prüft Szenario und gibt frei.
- ERP/MES/TMS erhalten Termine und Aufträge.
- Ist-Rückmeldungen lösen Neuplanung aus.
Optimierung ist Zielabhängigkeit: Minimale Rüstzeit kann Liefertermine verschlechtern; maximale Termintreue mehr Bestand erzeugen. Gewichtung und Entscheidungsrechte müssen fachlich festgelegt sein.
Datenanforderungen
- korrekte Stücklisten/Arbeitspläne,
- realistische Durchlauf-, Rüst- und Transportzeiten,
- Kapazitätskalender und Schichten,
- Mindestlose und Reihenfolgeabhängigkeiten,
- Bestands-/Auftragsstatus,
- Lieferanten- und Ressourcenrestriktionen.
Praxisbeispiel
Zwei Aufträge benötigen dieselbe Engpassmaschine. ERP nennt Materialbedarf; APS berücksichtigt Schichtkalender, Rüstfolge, Liefertermin und nachfolgenden Transport-Cut-off. Es schlägt Reihenfolge und Zusatzschicht vor, Planer entscheidet anhand Kosten und Kundenpriorität.
Kennzahlen
- Plangenauigkeit und Planstabilität,
- Termintreue, Rückstand und Durchlaufzeit,
- Engpassauslastung, Rüstzeit und Bestand,
- Anteil manueller Overrides.