Diesel-Floater: Berechnung, Index & Beispiel in der Logistik
Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026
Ein Diesel-Floater ist eine vertragliche Preisgleitklausel, mit der sich Frachtraten automatisch an veränderte Dieselkosten anpassen. Er verteilt das Preisrisiko zwischen Auftraggeber und Transportdienstleister nach einer vorab vereinbarten Formel.
Vertrag und Referenzindex
Zuschlag oder Abschlag
transparentes Kraftstoffkostenrisiko
Wie funktioniert ein Diesel-Floater?
Die Vertragsparteien legen einen Basispreis, eine Referenzquelle, einen Kraftstoffkostenanteil und den Anpassungsrhythmus fest. Weicht der aktuelle Referenzwert vom Basiswert ab, wird nur der vereinbarte dieselabhängige Anteil der Rate verändert. Dadurch wird nicht jede Kostenposition des Transports automatisch angepasst.
| Vertragsbaustein | Was eindeutig geregelt sein sollte |
|---|---|
| Basiswert | Ausgangspreis und dazugehöriger Monat |
| Referenz | konkreter, nachvollziehbarer Index oder Preisdatensatz |
| Dieselanteil | Anteil der Frachtrate, der als kraftstoffabhängig gilt |
| Intervall | monatliche, quartalsweise oder andere Anpassung |
| Schwelle | gegebenenfalls Mindestabweichung vor einer Änderung |
| Rundung | Nachkommastellen und Umgang mit negativen Werten |
Vereinfachtes Berechnungsbeispiel
Eine mögliche Formel lautet: Änderung der Frachtrate = Preisänderung des Referenzwerts × Dieselanteil. Die konkrete Vertragsformel kann davon abweichen.
Diesel-Floater oder Dieselzuschlag?
Ein Dieselzuschlag wird häufig als prozentualer Aufschlag ausgewiesen. Ein Floater beschreibt genauer den Mechanismus, der den Wert regelmäßig aus einer Referenz ableitet. In der Praxis werden beide Begriffe teilweise synonym verwendet. Entscheidend ist deshalb nicht die Überschrift, sondern die Vertragsformel. Mehr dazu: Dieselzuschlag und Frachtkosten.
Typische Fehler in Preisgleitklauseln
- eine nicht mehr verfügbare oder nicht eindeutig bezeichnete Datenquelle,
- unterschiedliche Zeiträume für Basis- und Vergleichswert,
- keine Regel für sinkende Preise,
- Verwechslung von Netto- und Bruttopreisen,
- Änderung der gesamten Fracht statt nur des vereinbarten Kostenanteils,
- unklare Rundung oder rückwirkende Anpassung.
Warum der Referenzindex wichtig ist
Ein geeigneter Index muss neutral, regelmäßig veröffentlicht und für die Kostenstruktur passend sein. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass Lkw-Güterbeförderungstarife häufig an die Entwicklung wichtiger Kostenbestandteile wie Diesel gekoppelt werden. Ein Verbraucherpreis an der Tankstelle bildet jedoch nicht zwingend die tatsächlichen Einkaufskonditionen eines Fuhrparks ab.