Dropshipping: Ablauf, Kosten & rechtliche Pflichten

Fachlich geprüft: August 2026

Dropshipping ist ein Handelsmodell, bei dem der Verkäufer Kundenaufträge annimmt, die Ware aber nicht selbst lagert. Ein Lieferant versendet direkt an den Kunden. Der Händler bleibt gegenüber dem Kunden regelmäßig Verkäufer und für Vertrag, Information, Gewährleistung und Service verantwortlich.

Kurzdefinition: Lager-/Versandaufgabe wird ausgelagert, nicht die Verantwortung für Kundenversprechen, Produktsicherheit, Steuern oder Retouren.
ParteienKunde, Händler, Lieferant/Fulfillment, Carrier
Vorteilwenig eigener Bestand/Kapitalbindung
RisikoQualität, Lieferzeit, Zoll, Retouren, Marge

Ablauf

  1. Kunde bestellt und bezahlt beim Händler.
  2. Shop übermittelt Auftrag an Lieferant.
  3. Lieferant kommissioniert, neutral verpackt und versendet.
  4. Tracking fließt an Händler/Kunde zurück.
  5. Kunde nimmt Ware an oder retourniert.
  6. Händler steuert Reklamation, Erstattung und Lieferantenabrechnung.

Kostenmodell

Position Beispiel
Wareneinsatz Lieferantenpreis
Fulfillment Pick, Pack, Material
Versand Fracht plus Zuschläge/Zoll
Zahlung/Plattform Payment- und Marktplatzgebühr
Retouren Rückfracht, Prüfung, Wertverlust
Marketing/Service Akquise und Kundenkontakt
Umsatz ist nicht Marge: Internationale Rücksendung, Chargeback, Zoll und Ersatzlieferung können einen scheinbar hohen Aufschlag aufzehren. Profit je Auftrag nach Retouren messen.

Lieferantenprüfung

  • Firmenidentität und Referenzen,
  • Produktkonformität, Prüf-/Herstellerunterlagen,
  • Bestands- und Lieferzeitqualität,
  • neutrale Dokumente/Verpackung,
  • Tracking und Schnittstelle,
  • Retourenadresse und Fehlerverantwortung,
  • Zoll-, Steuer- und Importrollen.

Internationales Dropshipping

Direktversand aus Drittland kann Käufer mit Einfuhrabgaben überraschen, Lieferzeiten verlängern und den Händler zu Import-/Produktpflichten bringen. DDP/IOSS oder andere Modelle müssen rechtlich, steuerlich und operativ sauber eingerichtet sein.

Praxisbeispiel

Ein deutscher Shop verkauft Lampe, Lieferant versendet aus China. Händler muss vor Angebot Lieferdatum, Einfuhr, Produktsicherheit, Kennzeichnung, Retourenkosten und Kundenrechte klären. „Lieferant versendet“ befreit ihn nicht von Verkäuferpflichten.

Kennzahlen

  • Lieferzeit/OTIF je Lieferant,
  • Storno-/Retouren-/Schadenquote,
  • Deckungsbeitrag nach Retouren,
  • Trackingvollständigkeit,
  • Supportfälle je 100 Aufträge.

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