Fahrzeit im Lkw-Verkehr: Regeln, Pausen & Planung

Fachlich geprüft: August 2026

Fahrzeit ist die Zeit, in der ein Fahrer ein Fahrzeug lenkt. Im Güterverkehr wird rechtlich häufig von Lenkzeit gesprochen. Sie ist von Arbeitszeit, Bereitschaft, Fahrtunterbrechung und Ruhezeit abzugrenzen.

Kurzdefinition: Für erfasste Fahrzeuge gilt nach EU-Recht grundsätzlich: neun Stunden tägliche Lenkzeit, zweimal pro Woche auf zehn Stunden verlängerbar; Ausnahmen und Sonderfälle sind separat zu prüfen.
Täglichregelmäßig 9 h, 2× wöchentlich 10 h
Wöchentlichmaximal 56 h
Zwei Wochenmaximal 90 h

Fahrtunterbrechung

Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit ist grundsätzlich eine Unterbrechung von mindestens 45 Minuten nötig, sofern keine Ruhezeit beginnt. Die Unterbrechung kann nach geltenden Regeln in 15 und anschließend 30 Minuten geteilt werden.

Begriffe unterscheiden

Begriff Bedeutung
Lenkzeit tatsächliche Fahrtätigkeit
Arbeitszeit zusätzlich etwa Be-/Entladen und Kontrolle
Bereitschaft bekannte Wartezeit ohne Arbeit
Ruhezeit frei verfügbare Erholungszeit

Tourenplanung

Routenplanerzeit ist nicht gleich zulässige Tourdauer. Abfahrtkontrolle, Stau, Parkplatzsuche, Be- und Entladung, Grenz- und Wartezeiten sowie gesetzliche Pausen müssen realistisch eingeplant werden.

Geltungsbereich: Fahrzeug, zulässige Masse, Einsatzart und Strecke entscheiden, welche EU- oder nationalen Regeln greifen. Ausnahmen dürfen nicht pauschal angenommen werden.

Praxisbeispiel

Eine Route benötigt laut Navigation 8:20 Stunden reine Fahrt. Mit vorgeschriebener Unterbrechung, Baustellenpuffer, Abfahrtkontrolle und Zustellzeit liegt die Schicht deutlich darüber; auch Arbeitszeit und Tagesruhe sind zu prüfen.

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