Vorlaufzeit: Bedeutung, Berechnung & Planung
Fachlich geprüft: August 2026
Die Vorlaufzeit ist die Zeitspanne, die vor einem geplanten Ereignis benötigt wird. In Logistik und Beschaffung reicht sie je nach Definition von der Auftragserteilung bis zur Bereitstellung oder Lieferung.
Kurzdefinition: Vorlaufzeit ist ein planungsabhängiger Sammelbegriff. Start, Ende, Kalender und enthaltene Prozesszeiten müssen benannt werden, damit Angaben vergleichbar sind.
BestandteileBearbeitung, Warten, Produktion, Transport
KalenderWerk- oder Kalendertage
RisikoSchwankung statt nur Mittelwert
Typische Zeitbestandteile
- Auftragsprüfung und Freigabe,
- Beschaffungs- oder Produktionszeit,
- Kommissionierung und Bereitstellung,
- Buchungsfrist und Abholung,
- Transport, Umschlag, Zoll und Zustellung.
Vorlaufzeit und Laufzeit
| Begriff | Beispiel |
|---|---|
| Vorlaufzeit | gesamter Planungshorizont vor Bedarf |
| Transportlaufzeit | Zeit zwischen Übernahme und Zustellung |
| Cut-off | spätester Eingang für einen Ablauf |
| Puffer | bewusst eingeplante Sicherheitszeit |
Berechnung
Ein Lieferant benötigt zwei Arbeitstage Bearbeitung, fünf Produktion, einen Tag Bereitstellung und drei Transport. Ohne Überlappung beträgt die nominelle Vorlaufzeit elf Arbeitstage. Wochenenden, Feiertage, Cut-offs und Schwankungen sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Planungsfehler: Ein Durchschnitt von fünf Tagen bedeutet nicht, dass jede Lieferung nach fünf Tagen eintrifft. Für Servicezusagen ist die Verteilung der Ist-Zeiten wichtiger.
Vorlaufzeit verkürzen
Freigaben vereinfachen, Daten früh übermitteln, Lose verkleinern, Kapazität reservieren und Prozesse parallelisieren. Eine bloße Bestandsverlagerung kann die sichtbare Zeit verkürzen, ohne die Gesamtkette zu verbessern.