Just-in-Time (JIT): Ablauf, Nutzen & Risiken
Fachlich geprüft: August 2026
Just-in-Time (JIT) stellt Material so bereit, dass es kurz vor dem tatsächlichen Bedarf eintrifft. Bestand verlagert sich nicht einfach „auf die Straße“: JIT braucht stabile Prozesse, abgestimmte Abrufe, verlässliche Qualität und kontrollierte Puffer.
Kurzdefinition: Bedarfssynchrone Versorgung nach Menge und Zeit. Just-in-Sequence (JIS) ergänzt die richtige Reihenfolge für den Verbrauch.
Zielweniger Bestand, Fläche und Wartezeit
SteuerungAbruf, Kanban, Zeitfenster, Verbrauchssignal
RisikoStörung wirkt schnell auf Produktion
JIT-Prozess
- Produktions-/Verbrauchsplan erzeugt Bedarf.
- Abruf geht an Lieferant/Logistikdienstleister.
- Ware wird kommissioniert und zeitfensterbezogen versandt.
- Transport/ETA werden überwacht.
- Material kommt in kurzen Puffer oder direkt an Linie.
- Verbrauch und Behälterrücklauf lösen nächsten Zyklus aus.
Voraussetzungen
- hohe Daten- und Bestandsgenauigkeit,
- stabile Qualität ohne lange Eingangskontrolle,
- verlässliche Lieferanten und Transportkapazität,
- kurze, bekannte Durchlaufzeiten,
- standardisierte Behälter und Übergaben,
- Störungs-/Eskalationsplan und sinnvolle Sicherheitsstrategie.
Nullbestand ist kein Selbstzweck: Kritische Teile können einen gezielten Puffer brauchen. Bestandshöhe folgt Risiko, Wiederbeschaffungszeit und Fehlmengenkosten.
JIT und JIS
| JIT | JIS |
|---|---|
| richtige Menge zur richtigen Zeit | zusätzlich richtige Verbrauchsreihenfolge |
| Linien-/Supermarktbereitstellung | sequenzgenaue Anlieferung |
| Störung betrifft Menge/Zeit | auch Sequenzfehler kritisch |
Risiken und Maßnahmen
- Stau/Fahrzeugausfall → Live-ETA, Ersatzkapazität, Notfallroute,
- Qualitätsfehler → Supplier Quality und Sperrstrategie,
- Nachfragesprung → flexible Kapazität/Parameter,
- IT-Ausfall → definierter manueller Abruf,
- Lieferantenausfall → Dual Source oder Risikobestand.
Kennzahlen
Termintreue am Slot, Mengen-/Qualitätsabweichung, Linienabriss, Reichweite, Notfalltransporte und Behälterumlauf gemeinsam messen. Weniger Bestand bei mehr Sonderfahrten kann wirtschaftlich schlechter sein.
Praxisbeispiel
Montage verbraucht 60 Behälter pro Schicht. Abruf plant Ankunft 90 Minuten vor Verbrauch. Bei ETA-Abweichung über 20 Minuten alarmiert TMS; definierter Puffer entscheidet, ob Ersatzfahrt nötig ist.