Gefahrgutkennzeichnung: Labels, Tafeln & Placards

Fachlich geprüft: August 2026

Gefahrgutkennzeichnung umfasst Markierungen und Gefahrzettel an Versandstücken sowie Placards und orangefarbene Tafeln an Containern, Tanks oder Fahrzeugen. Welche Kennzeichnung gilt, hängt von UN-Eintrag, Menge, Verpackung, Beförderungsart und Freistellung ab.

Kurzdefinition: Versandstück-, Container-/Tank- und Fahrzeugkennzeichnung sind getrennte Ebenen. Ein Gefahrzettel ersetzt keine UN-Markierung; eine orange Tafel ersetzt kein Placard.
VersandstückUN-Nummer, Gefahrzettel, Zusatzzeichen
Fahrzeug/TankPlacards und/oder orange Tafeln
RegelwerkeADR/RID/ADN, IMDG, ICAO/IATA

Elemente

Element Funktion
UN-Nummer vierstellige Identifikation des Eintrags
Gefahrzettel rautenförmiges Symbol für Klasse/Nebengefahr
Umweltkennzeichen umweltgefährdender Stoff nach Bedingungen
Ausrichtungspfeile richtige Orientierung bestimmter Flüssigkeitsverpackungen
LQ-/EQ-Kennzeichen begrenzte/freigestellte Mengen
Placard großer Gefahrzettel an Beförderungseinheit/Container/Tank
orange Tafel Fahrzeug-/Tankwarnung, neutral oder nummeriert

Kontrollablauf

  1. UN-Eintrag und Gefahrklasse bestimmen.
  2. Verpackungs-/Tank- und Mengenregel prüfen.
  3. Versandstückkennzeichnung festlegen.
  4. Overpack korrekt markieren, wenn innen nicht sichtbar.
  5. Container-/Tank-/Fahrzeugkennzeichnung bestimmen.
  6. Lesbarkeit, Größe, Farbe und Befestigung prüfen.
  7. nach Entladung nur entfernen/abdecken, wenn Pflicht wirklich endet.
Alte Labels entfernen: Wiederverwendete Verpackungen mit unzutreffender Kennzeichnung führen Einsatzkräfte und Sortierung irre. Frühere Markierungen dauerhaft unkenntlich machen, sofern nicht weiter zutreffend.

Freistellungen

LQ, EQ und 1.1.3.6 verändern Kennzeichnungspflichten, heben aber nicht alle Regeln auf. Luft- und Seeverkehr können strengere/andere Zeichen verlangen. Verkehrsträgerwechsel vorab planen.

Praxisbeispiel

Ein Fass trägt UN-Nummer und Gefahrzettel. Mehrere Fässer stehen in einem Overpack; dessen Außenfläche wiederholt alle nicht sichtbaren Markierungen und trägt „UMVERPACKUNG/OVERPACK“. Fahrzeugkennzeichnung wird separat aus Gesamtmenge und Transportart bestimmt.

Quelle

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