Handelslogistik: Aufgaben, Prozesse & Kennzahlen

Fachlich geprüft: August 2026

Handelslogistik umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle der Waren- und Informationsflüsse eines Handelsunternehmens – vom Lieferanten über Lager und Filiale bis zum Kunden und zurück.

Kurzdefinition: Handelslogistik sorgt dafür, dass das richtige Sortiment in richtiger Menge, Qualität, Zeit und am richtigen Ort verfügbar ist, während Bestand und Prozesskosten beherrscht bleiben.
BereicheBeschaffung, Lager, Distribution, Retoure
KanäleFiliale, E-Commerce, Omnichannel
ZielkonfliktVerfügbarkeit vs. Bestand

Typische Aufgaben

  • Lieferantenanbindung und Bestellrhythmen,
  • Wareneingang, Qualitäts- und Mengenkontrolle,
  • Lagerung, Nachschub und Kommissionierung,
  • Filialbelieferung und Endkundenzustellung,
  • Retouren, Mehrwegmittel und Bestandsabgleich.

Handels- und Produktionslogistik

Handelslogistik Produktionslogistik
Sortimentsverfügbarkeit Materialversorgung der Fertigung
Filial-/Kundenbedarf Produktionsprogramm
Retouren und Saisonware Halbfabrikate und Linienversorgung

Wichtige Kennzahlen

Servicegrad, Out-of-Stock-Quote, Umschlagshäufigkeit, Reichweite, Bestandsgenauigkeit, Pickleistung, Retourenquote und Kosten pro Auftrag zeigen verschiedene Seiten der Leistung. Eine einzelne Kennzahl darf nicht isoliert optimiert werden.

Beispiel Zielkonflikt: Mehr Sicherheitsbestand verbessert kurzfristig die Verfügbarkeit, bindet aber Kapital und erhöht Abschriften bei Saison- oder Verderbsware.

Omnichannel-Anforderungen

Click & Collect, Ship-from-Store und Marktplatzgeschäft benötigen ein möglichst aktuelles Bestandsbild. Auftrag, Reservierung, Kommissionierung und Retouren müssen kanalübergreifend eindeutig synchronisiert sein.

Praxisbeispiel

Ein Händler führt Filial- und Onlinebestand zusammen. Ein Onlineauftrag wird der Filiale mit verfügbarer Ware zugewiesen, dort gepickt und per KEP versendet. Fehlbestand und Stornoquote werden separat gemessen.

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