Nachschub in der Logistik: Verfahren & Berechnung

Fachlich geprüft: 9. August 2026

Nachschub stellt sicher, dass Material am Verbrauchsort verfügbar ist, ohne dort unnötig hohe Bestände aufzubauen. Er verbindet Bestandsführung, Bedarfssignal, Transport und Priorisierung.

Kurzdefinition

Nachschub ist die geplante Auffüllung eines Bestands oder Bereitstellplatzes. Ware wird aus Reserve, Zentrallager, Produktion oder von Lieferanten an den Ort bewegt, an dem sie verkauft, kommissioniert oder verbraucht wird.

AuslöserBestand, Auftrag, Prognose oder Signal
ZielVerfügbarkeit bei begrenztem Bestand
EbenenLieferant, Lager, Pickplatz und Linie
RisikenFehlbestand oder Überbestand

Welche Nachschubverfahren gibt es?

Verfahren Auslöser
Meldebestand Bestand unterschreitet festgelegte Schwelle
Min-Max Auffüllung vom Mindest- bis zum Maximalbestand
Auftragsbezogen Konkrete Kunden- oder Produktionsaufträge
Kanban Verbrauchssignal eines Behälters oder Platzes
Prognosebasiert Erwarteter Bedarf aus Absatz- oder Produktionsplanung

Wie wird der Meldebestand bestimmt?

Ein einfaches Modell addiert erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand. Schwankende Nachfrage, Lieferzeit und Servicegrad erfordern eine statistisch belastbarere Berechnung.

Beispiel: Ein Pickplatz fasst 40 Kartons. Sobald der Bestand auf 12 sinkt, erzeugt das WMS einen Auftrag über 28 Kartons aus dem Reservelager. Der Nachschub wird vor der nächsten Kommissionierwelle priorisiert.

Nachschub im Lager

Im WMS überwachen Regeln die Pickplätze. Zu früher Nachschub blockiert Fläche und Fahrwege; zu später Nachschub stoppt Kommissionierer. Gute Systeme berücksichtigen offene Aufträge, verfügbare Reserve, Wegoptimierung, Mindestmenge und geeignete Ladeeinheit.

Nachschub in Produktion und Handel

  • Produktion: Material taktgerecht an Linie oder Arbeitsplatz liefern.
  • Filiale: Regalbestand aus Lager oder Zentrallager auffüllen.
  • E-Commerce: Versandlager nach Absatzprognose versorgen.
  • Ersatzteile: kritische Teile nach Servicegrad und Ausfallrisiko bevorraten.

Wichtige Kennzahlen

  • Fehlbestands- und Servicegrad,
  • Nachschubaufträge je Stunde,
  • Reaktions- und Wiederbeschaffungszeit,
  • Bestandsreichweite und Umschlag,
  • unterbrochene Picks oder Produktionsstopps.
Stammdaten prüfen: Falsche Verpackungseinheiten, Mindestmengen oder Lagerplätze führen auch bei korrekter Bestandslogik zu ungeeignetem Nachschub.

Häufige Fragen

Ist Nachschub dasselbe wie Beschaffung?

Beschaffung ist weiter gefasst und umfasst Auswahl sowie Einkauf. Nachschub bezeichnet die konkrete Bestandsauffüllung.

Was ist Sicherheitsbestand?

Eine Reserve, die Unsicherheit in Bedarf oder Lieferzeit abfedert. Er sollte risikobasiert statt pauschal festgelegt werden.

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