Meldebestand berechnen: Formel & Praxisbeispiel
Fachlich geprüft: August 2026
Der Meldebestand – auch Bestellpunkt – löst eine Nachbestellung aus, bevor der physische Bestand auf den Sicherheitsbestand fällt. Er berücksichtigt Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit und einen Puffer für Schwankungen.
Rechenbeispiel
Ein Artikel verbraucht im Mittel 40 Stück pro Arbeitstag. Die Wiederbeschaffungszeit beträgt 6 Arbeitstage, der Sicherheitsbestand 100 Stück. Meldebestand = 40 × 6 + 100 = 340 Stück. Wird der relevante verfügbare Bestand erreicht, startet die Bestellung.
Welcher Bestand wird verglichen?
Ein modernes System betrachtet oft die Bestandsposition: physischer Bestand plus bestätigte Zugänge minus Reservierungen, Rückstände und gegebenenfalls gesperrter Bestand. Nur den Lagerbestand auf dem Bildschirm zu nutzen kann zu später oder doppelter Bestellung führen.
Einflussgrößen
- durchschnittlicher und maximaler Verbrauch,
- Liefer- plus interne Prüf-/Einlagerungszeit,
- Schwankung und Zuverlässigkeit des Lieferanten,
- Servicelevel und Fehlmengenkosten,
- Mindestbestellmenge und Bestellrhythmus,
- Saison, Aktionen und Lebenszyklus,
- Haltbarkeit und Obsoleszenzrisiko.
Statisch oder dynamisch?
| Ansatz | Geeignet |
|---|---|
| statischer Meldebestand | stabiler Verbrauch und verlässliche Lieferzeit |
| saisonaler Parameter | bekannte Spitzen und Kampagnen |
| dynamische Prognose | volatile Nachfrage, viele Daten, häufige Neuberechnung |
| manueller Override | Sonderereignis mit Begründung und Ablaufdatum |
Typische Fehler
- Kalender- und Arbeitstage mischen,
- interne Einlagerungszeit vergessen,
- gesperrten Bestand als verfügbar zählen,
- offene Bestellungen doppelt berücksichtigen,
- veralteten Durchschnitt trotz Trend nutzen,
- Sicherheitsbestand ohne Serviceziel festlegen.
Praxischeck
- Einheiten und Zeitraum vereinheitlichen.
- tatsächliche Lieferzeitverteilung auswerten.
- Verbrauchsausreißer erklären.
- Servicelevel und Fehlmengenkosten festlegen.
- Parameter regelmäßig und ereignisbasiert aktualisieren.
- Fehlmengen und Überbestand zurück in das Modell spielen.