Inventarisierung: Ablauf, Verfahren & Bestandsqualität

Fachlich geprüft: August 2026

Inventarisierung ist die systematische Erfassung von Vermögensgegenständen und Schulden nach Art, Menge und Wert. Im Lager steht vor allem die körperliche Bestandsaufnahme durch Zählen, Messen oder Wiegen im Mittelpunkt.

Kurzdefinition: Die Inventur ist der Vorgang der Bestandsaufnahme; das Inventar ist das daraus entstehende Verzeichnis. Inventarisierung bezeichnet den gesamten Erfassungsprozess.
MethodenZählen, Messen, Wiegen, Belege
VerfahrenStichtag, permanent, verlegt, Stichprobe
Zielvollständiger, bewertbarer Bestand

Typischer Ablauf

  1. Bereiche, Artikel und Stichtag festlegen.
  2. Bewegungen stoppen oder eindeutig abgrenzen.
  3. Lagerplätze ordnen und Fremdbestand kennzeichnen.
  4. Aufnahmeteams instruieren und zählen.
  5. Differenzen nachzählen und Ursachen prüfen.
  6. Bestände freigeben, bewerten und dokumentieren.

Inventurverfahren

Verfahren Prinzip
Stichtagsinventur Aufnahme zum Bilanzstichtag/nahen Zeitraum
permanente Inventur verteilte Aufnahme bei ordnungsgemäßer Fortschreibung
verlegte Inventur Aufnahme in zulässigem Vor-/Nachzeitraum
Stichprobeninventur anerkannte mathematisch-statistische Verfahren

Häufige Differenzursachen

Falsche Mengeneinheiten, ungebuchte Umlagerungen, Pickfehler, Schwund, beschädigte Ware, doppelte Lagerplätze, offene Wareneingänge oder zeitlich falsch abgegrenzte Bewegungen.

Kontrollprinzip: Zählende sollten die Sollmenge möglichst nicht vorab sehen. Nachzählung und Korrekturbuchung benötigen nachvollziehbare Freigaben.

Praxisbeispiel

Das System zeigt 120 Stück, gezählt werden 116. Nachzählung bestätigt die Differenz; vier Stück liegen als ungeprüfte Retoure in einer Sperrzone. Erst nach Zuordnung wird gebucht.

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