Lagerstruktur: Zonen, Systeme & Optimierung
Fachlich geprüft: August 2026
Die Lagerstruktur legt fest, wo Waren eintreffen, geprüft, gelagert, kommissioniert, verpackt und versendet werden. Sie verbindet Gebäude, Regale, Fördertechnik, Wege, Verantwortlichkeiten und digitale Lagerplätze zu einem steuerbaren System.
Typische Lagerzonen
| Zone | Aufgabe |
|---|---|
| Wareneingang | Annahme, Kontrolle, Identifikation |
| Quarantäne/Sperrlager | ungeprüfte, beschädigte oder gesperrte Ware |
| Reserve | Bestand für Nachschub |
| Kommissionierung | zugriffsoptimierte Entnahme |
| Packbereich | Verpackung, Konsolidierung, Label |
| Versandbereitstellung | Tour-/Carrierbezogene Übergabe |
| Retouren | Prüfung und Wiedereinsteuerung |
Gestaltungsprinzipien
- schnelldrehende Artikel nahe am Pick-/Versandbereich,
- Einbahn- oder getrennte Wege für Personen und Flurförderzeuge,
- Gefahrgut, Kühl- und Wertware in geeigneten Zonen,
- eindeutige Lagerplatzkennzeichnung und Scanpflicht,
- ausreichende Puffer ohne dauerhafte Blockade von Verkehrswegen,
- Erweiterbarkeit für Saison und Sortimentsänderung.
Lagerplatzstrategien
Festplätze sind leicht verständlich, können aber Fläche verschwenden. Chaotische Lagerung erhöht Belegungseffizienz, verlangt jedoch verlässliche Systemführung. ABC ordnet nach Zugriffshäufigkeit oder Wert; XYZ nach Verbrauchsschwankung. FIFO und FEFO steuern Reihenfolge nach Eingang beziehungsweise Verfall.
Planung in sechs Schritten
- Artikel-, Auftrags- und Saisonprofile analysieren.
- Wareneingangs-, Bestands- und Versandmengen dimensionieren.
- Materialfluss und Kreuzungspunkte visualisieren.
- Lagertechnik nach Last, Größe und Zugriff wählen.
- Platzschema und Buchungslogik definieren.
- Pilot, Sicherheitsprüfung und KPI-Messung durchführen.
Kennzahlen
- Flächennutzungs- und Belegungsgrad,
- Wegezeit und Picks pro Stunde,
- Bestands- und Lagerplatzgenauigkeit,
- Durchlaufzeit Wareneingang bis Verfügbarkeit,
- Nachschub-, Stau- und Fehlbuchungsquote,
- Unfälle und Beinaheereignisse.
Praxisbeispiel
Ein Lager verlegt A-Artikel aus dem hinteren Reservebereich in bodennahe Pickplätze nahe der Packstation. Nachschub kommt aus darüberliegenden Plätzen. Wege sinken, gleichzeitig verhindert ein Mindest-/Meldebestand leere Pickfächer.