Durchlaufzeit: Berechnung, Bestandteile & Verkürzung
Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026
Die Durchlaufzeit ist die Zeitspanne, die ein Auftrag, Material oder eine Sendung benötigt, um einen klar abgegrenzten Prozess vollständig zu durchlaufen. Sie enthält nicht nur aktive Bearbeitung, sondern auch Warte-, Liege-, Transport- und Prüfzeiten.
Minuten, Stunden oder Tage
Bearbeiten und Warten
schneller, stabiler Materialfluss
Aus welchen Zeiten besteht die Durchlaufzeit?
| Zeitanteil | Beispiel |
|---|---|
| Bearbeitungszeit | Kommissionieren, Verpacken oder Montieren |
| Transportzeit | Bewegung zwischen Lagerzonen oder Standorten |
| Prüfzeit | Qualitäts-, Mengen- oder Dokumentenkontrolle |
| Wartezeit | Auftrag wartet auf Personal, Maschine oder Freigabe |
| Liegezeit | Material steht zwischen zwei Prozessschritten |
| Rüstzeit | Arbeitsplatz oder Anlage wird vorbereitet |
In vielen Prozessen ist die wertschöpfende Bearbeitung nur ein kleiner Teil der gesamten Durchlaufzeit. Große Verbesserungen entstehen deshalb oft durch weniger Warten und kleinere Übergabestapel, nicht durch schnelleres Arbeiten an einem einzelnen Schritt.
Berechnung mit Beispiel
Für eine belastbare Kennzahl sollte festgelegt werden, ob Wochenenden, Nachtstunden und Zeiten einer bewussten Kundensperre mitgezählt werden. Median und Perzentile sind zusätzlich zum Durchschnitt sinnvoll, weil einzelne Ausreißer den Mittelwert stark verändern können.
Durchlaufzeit, Lieferzeit und Transitzeit
- Durchlaufzeit: gesamter definierter interner oder übergreifender Prozess.
- Lieferzeit: Zeit von Bestellung oder Auftrag bis zur Lieferung; kann Beschaffung und Bearbeitung enthalten.
- Transitzeit: Zeit der Beförderung zwischen zwei Verkehrspunkten.
- Bearbeitungszeit: nur der aktiv ausgeführte Anteil.
Wie lässt sich die Durchlaufzeit verkürzen?
- Engpass und Warteschlangen mit Zeitstempeln sichtbar machen.
- Aufträge kleiner und häufiger freigeben statt in großen Wellen.
- Übergaben, Freigaben und doppelte Prüfungen reduzieren.
- Material, Daten und Verpackung vor Prozessbeginn vollständig bereitstellen.
- Layout und Laufwege verbessern.
- Ausnahmen automatisiert priorisieren, ohne den Standardfluss zu stören.
Zusammenhang mit Bestand und Service
Lange Durchlaufzeiten binden Material und erhöhen den Umlaufbestand. Gleichzeitig müssen Kunden länger auf Ware warten. Eine Verkürzung kann Bestand, Fläche und Kapitalbedarf senken – vorausgesetzt, sie wird nicht durch zusätzliche Sonderfahrten oder Qualitätsfehler erkauft. Verwandte Prozesse sind Kommissionieren, Fulfillment und Nachschub.