Sammelgut: Ablauf, Sammelladung & Stückgutnetz

Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026

Sammelgut bezeichnet einzelne Stückgutsendungen verschiedener Auftraggeber, die für einen Teil des Transportwegs gebündelt werden. Durch die Konsolidierung können Fahrzeuge besser ausgelastet und Linienverkehre wirtschaftlich betrieben werden.

Definition: Beim Sammelgut werden mehrere getrennte Sendungen zu einer Sammelladung zusammengeführt, gemeinsam im Hauptlauf befördert und im Zielgebiet wieder nach Empfängern getrennt. Die einzelne Sendung behält ihre Identität und Kennzeichnung.
Sendungsart
meist palettiertes oder verpacktes Stückgut
Netz
Vorlauf, Hub, Hauptlauf, Nachlauf
Rechtsbegriff
Sammelladung in § 460 HGB

Wie läuft ein Sammelguttransport ab?

  1. Vorlauf: Ein Nahverkehrsfahrzeug holt Sendungen bei mehreren Versendern ab.
  2. Eingangsumschlag: Das Versanddepot prüft, scannt und sortiert die Packstücke.
  3. Konsolidierung: Sendungen derselben Zielrelation werden zur Sammelladung gebündelt.
  4. Hauptlauf: Die gebündelte Ladung fährt zum Empfangsdepot oder Hub.
  5. Entkonsolidierung: Die Ladung wird aufgelöst und nach Zustellbezirken sortiert.
  6. Nachlauf: Regionale Fahrzeuge liefern die Einzelsendungen an die Empfänger.
Vorteil Zu beachtender Nachteil
Geteilte Hauptlaufkosten mehrere Umschläge
Regelmäßige Linienverkehre Abhängigkeit von Cut-off-Zeiten
Geeignet für kleine und mittlere Partien höheres Fehlleitungs- und Beschädigungsrisiko als Direktfahrt
Flächendeckende Netzabdeckung nicht für jedes Maß, Gewicht oder Gut geeignet

Was eignet sich als Sammelgut?

Typisch sind kartonierte, palettierte oder in Behältern gesicherte Waren, die sich mit anderen Sendungen gemeinsam umschlagen lassen. Sehr sperrige, besonders empfindliche, extrem schwere, temperaturkritische oder gefährliche Güter benötigen eine individuelle Prüfung. Verpackung und Kennzeichnung müssen mehrere Umschläge verkraften.

Beispiel: Fünf Unternehmen versenden jeweils zwei Paletten von Hamburg nach Süddeutschland. Das Versanddepot bündelt die zehn Paletten in einem Hauptlauf. Im Empfangsdepot werden sie auf drei Zustelltouren verteilt. Jeder Versender zahlt nicht für ein eigenes Fernverkehrsfahrzeug, muss aber feste Abfahrtszeiten einhalten.

Rechtliche Einordnung

§ 460 HGB erlaubt dem Spediteur grundsätzlich, die Versendung zusammen mit Gut anderer Versender auf Grundlage eines für seine Rechnung geschlossenen Frachtvertrags über eine Sammelladung zu bewirken. Nutzt er diese Befugnis, hat er hinsichtlich der Beförderung in Sammelladung die Rechte und Pflichten eines Frachtführers. Der konkrete Vertrag, Haftungsregeln und gegebenenfalls die ADSp müssen dennoch im Einzelfall geprüft werden.

Sammelgut, Stückgut, LTL und FTL

  • Stückgut beschreibt die handhabbare Güterform einzelner Packstücke.
  • Sammelgut beschreibt die Bündelung verschiedener Sendungen.
  • LTL/Teilladung nutzt nur einen Teil der Fahrzeugkapazität, oft mit weniger Umschlägen.
  • FTL ist eine Komplettladung für einen Auftrag oder eine Relation.
Praxis-Tipp: Erfassen Sie je Packstück Empfänger, Anzahl, Gewicht, Maße, Stapelbarkeit und Besonderheiten. Im Sammelgutnetz ist das Packstücklabel die zentrale Verbindung zwischen physischer Ware und Sendungsdaten.

Wichtige Qualitätskennzahlen

Relevant sind Laufzeit, Zustellquote, Fehlleitungsquote, Beschädigungsrate, Scan-Vollständigkeit und Standzeit je Umschlagpunkt. Ein günstiger Tarif ist nur dann wirtschaftlich, wenn Nacharbeit, Reklamationen und Bestandsfolgen berücksichtigt werden. Der Break-Bulk-Point erklärt die Auflösung der Sammelladung am Zielknoten.

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