Hub-and-Spoke: Aufbau, Vorteile & Logistikbeispiel

Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026

Das Hub-and-Spoke-Prinzip verbindet viele Start- und Zielregionen über zentrale Umschlagknoten. Der Hub bündelt Sendungen; die „Spokes“ sind die zulaufenden und abgehenden Relationen.

Definition: In einem Hub-and-Spoke-Netz werden Sendungen aus regionalen Depots zu einem Hub transportiert, dort nach Ziel sortiert und über neue Linien verteilt. Dadurch sind weniger direkte Verbindungen zwischen allen Regionen nötig.
Hub
zentraler Umschlagknoten
Spokes
regionale Zu- und Ablaufrelationen
Typisch
Paket, Stückgut und Luftverkehr

Warum reduziert das Netz Verbindungen?

Bei reinem Direktverkehr wären zwischen vielen Regionen zahlreiche einzelne Relationen nötig. Ein Hub bündelt Mengen auf gemeinsamen Hauptläufen. Das verbessert Auslastung, erzeugt aber einen zusätzlichen Umschlag.

Ablauf

  1. Regionale Depots sammeln Sendungen.
  2. Linienfahrzeuge bringen sie zum Hub.
  3. Der Hub entlädt, scannt und sortiert nach Ziel.
  4. Ausgangslinien fahren zu den Empfangsdepots.
  5. Nahverkehr stellt an Empfänger zu.
Vorteil Risiko
hohe Auslastung auf Hauptläufen Hub-Ausfall betrifft viele Relationen
regelmäßige Linien und breite Netzabdeckung zusätzlicher Umschlag
skalierbare Bündelung enge Cut-off- und Anschlusszeiten
standardisierte Sortierung Fehlleitung wirkt sich auf Laufzeit aus
Beispiel: Ein Paket aus Bremen nach Nürnberg fährt zunächst zum regionalen Depot, dann über Nacht zu einem zentralen Hub, nach Sortierung zum Zieldepot und schließlich in die Zustelltour.

Netzvarianten

Große Systeme nutzen mehrere regionale und zentrale Hubs. Kritische oder volumenträchtige Relationen können Direktverbindungen erhalten. Netzwerkdesign kombiniert deshalb Hub-and-Spoke und Point-to-Point.

Kennzahlen

Wichtig sind Anschlussquote, Umschlagzeit, Sortierfehler, Auslastung, Pünktlichkeit der Linien und Kapazitätsreserve. Die Laufzeit hängt stärker vom Fahrplan als von der reinen Distanz ab.

Praxis-Tipp: Planen Sie Ausweichrouten und Peak-Kapazität. Ein hoch ausgelasteter Hub ohne Reserve ist bei Störungen besonders anfällig.

Abgrenzung

Cross-Docking ist ein möglicher Hub-Prozess. Sammelgut beschreibt die gebündelten Sendungen, Depot den regionalen Standort.

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