Luftfracht: Ablauf, Kosten, Dokumente & Haftung

Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026

Luftfracht ist die Beförderung von Gütern mit Fracht- oder Passagierflugzeugen. Sie bietet kurze Flughafentransitzeiten, erfordert aber Vor- und Nachlauf, Sicherheitskontrolle, Zoll und Bodenabfertigung.

Definition: Luftfracht umfasst die vertragliche und operative Beförderung von Sendungen im Luftverkehr einschließlich Annahme, Screening, Flug, Transfer und Übergabe. Die gesamte Tür-zu-Tür-Laufzeit ist länger als die reine Flugzeit.
Dokument
Air Waybill (AWB)
Abrechnung
Chargeable Weight
Stärke
Geschwindigkeit über große Distanz

Typischer Ablauf

  1. Buchung mit Maßen, Gewicht, Inhalt und Route.
  2. Vorlauf zum Abgangsflughafen oder Speditionslager.
  3. Annahme, Dokumentenprüfung und Luftsicherheitskontrolle.
  4. Build-up auf Palette oder in ULD.
  5. Flug und gegebenenfalls Umladung.
  6. Break-down, Importzoll und Freistellung.
  7. Nachlauf zum Empfänger.

Volumen- und Abrechnungsgewicht

Luftfracht wird regelmäßig nach dem höheren Wert aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht berechnet. Ein gebräuchlicher Faktor im Markt ist 1 m³ = 167 kg beziehungsweise Länge × Breite × Höhe in Zentimetern geteilt durch 6.000. Maßgeblich bleibt der vereinbarte Tarif.

Beispiel: Eine Kiste misst 120 × 100 × 90 cm und wiegt 120 kg. Ihr Volumen beträgt 1,08 m³, das marktübliche Volumengewicht rund 180 kg. Abgerechnet würde dann typischerweise das höhere Chargeable Weight von 180 kg.

Dokumente und Anforderungen

  • Air Waybill und Buchungsdaten,
  • Handelsrechnung und Packliste,
  • Ausfuhr- und Einfuhrdokumente,
  • Gefahrguterklärung bei Luftfahrtgefahrgut,
  • Temperatur-, Sicherheits- oder Genehmigungsnachweise.

Vorteile und Grenzen

Vorteile sind Geschwindigkeit, globale Reichweite und geringe Transitzeit. Nachteile sind hohe Kosten, starke Volumenbewertung, Kapazitätsabhängigkeit und strenge Annahmeregeln. Sehr große oder schwere Stücke benötigen Flugzeug- und Türfreigabe.

Haftung

Für viele internationale Luftbeförderungen schafft das Montrealer Übereinkommen einen einheitlichen Haftungsrahmen für Verlust, Beschädigung und Verspätung. Haftungsgrenzen ersetzen keine Warenversicherung; der konkrete Vertrag und aktuelle Grenzbeträge sind zu prüfen.

Praxis-Tipp: Planen Sie Cut-off, Screening, Zollfreigabe und Nachlauf. Ein Direktflug garantiert keine kurze Tür-zu-Tür-Laufzeit.

Abgrenzung

Seefracht ist langsamer, aber für große Mengen meist günstiger. Ein Luftkurier integriert Luftfracht in ein Expressnetz.

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