WMS: Funktionen, Daten & Auswahl eines Lagerverwaltungssystems
Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026
WMS steht für Warehouse Management System, auf Deutsch Lagerverwaltungssystem. Es verwaltet nicht nur Bestände, sondern steuert operative Lagerprozesse, Aufgaben und Lagerplätze.
Definition: Ein WMS ist eine Software zur Führung, Steuerung und Optimierung eines Lagers. Sie verbindet Artikel- und Bestandsdaten mit physischen Orten, Bewegungen, Mitarbeitern, Geräten und Aufträgen.
Langform
Warehouse Management System
Warehouse Management System
Kern
Bestand plus Prozesssteuerung
Bestand plus Prozesssteuerung
Wichtige Funktionen
- Wareneingang und Qualitätsstatus,
- Lagerplatzfindung und Einlagerung,
- Bestand nach Artikel, Charge und Seriennummer,
- Nachschub und Umlagerung,
- Kommissionierung und Konsolidierung,
- Verpackung, Versand und Carrierübergabe,
- Inventur, Retouren und Reporting,
- Steuerung von Fördertechnik oder Robotik.
| System | Hauptfokus |
|---|---|
| ERP | kaufmännische Prozesse, Auftrag und Wertbestand |
| WMS | physischer Bestand, Lagerplatz und operative Aufgabe |
| WCS/MFS | direkte Steuerung von Fördertechnik |
| TMS | Transportplanung, Carrier und Frachtkosten |
Datengrundlage
Erforderlich sind eindeutige Artikel, Maße, Gewicht, Verpackungseinheiten, Lagerregeln und Barcodes. Ohne gute Stammdaten erzeugt auch ein modernes WMS falsche Platzvorschläge, Nachschub oder Versandentscheidungen.
Beispiel: Das ERP übergibt einen Kundenauftrag. Das WMS reserviert Bestand, bildet Pickaufgaben, führt per Scanner, konsolidiert Positionen und meldet Versandbereitschaft zurück. Anschließend erhält das TMS Packstückdaten.
Auswahlkriterien
- Prozessabdeckung und Konfigurierbarkeit,
- Leistung bei Spitzenvolumen,
- Schnittstellen und Datenmodell,
- mobile Geräte und Automatisierung,
- Mandanten-, Chargen- und Seriennummernfähigkeit,
- Ausfallsicherheit, Support und Updatekonzept.
Praxis-Tipp: Testen Sie reale Ausnahmefälle: Fehlmenge, beschädigte Ware, Teilstorno, gesperrte Charge und Systemausfall. Standard-Demos zeigen selten die entscheidenden Schwierigkeiten.
Kennzahlen
Ein WMS liefert Bestandsgenauigkeit, Auftragsdurchlaufzeit, Picks pro Stunde, Fehler, Nachschubunterbrechungen und Flächenauslastung. Die Software verbessert Prozesse nur, wenn Daten und Verantwortlichkeiten gepflegt werden.