ERP-System: Aufgaben, Daten & Logistikintegration
Fachlich geprüft: August 2026
ERP steht für Enterprise Resource Planning. Ein ERP-System führt Stamm- und Bewegungsdaten zusammen und unterstützt Planung und Abwicklung von Einkauf, Verkauf, Bestand, Produktion, Logistik und Finanzen. Es ist häufig das kaufmännisch führende System, nicht zwingend das operative Lager- oder Transportsteuerungssystem.
Kurzdefinition: ERP verbindet Auftrag, Material, Bestand und Geldfluss. WMS und TMS ergänzen detaillierte Lager- beziehungsweise Transportfunktionen und tauschen Status mit dem ERP aus.
StammdatenArtikel, Kunde, Lieferant, Standort
ProzesseOrder-to-Cash, Procure-to-Pay, Planung
SchnittstellenWMS, TMS, Shop, EDI/API, Finance
Typische ERP-Module
- Vertrieb und Auftragsabwicklung,
- Einkauf und Lieferantenmanagement,
- Materialwirtschaft und Bestand,
- Produktionsplanung,
- Finanzbuchhaltung und Controlling,
- Instandhaltung, Service und Projekte,
- Personal je Systemumfang.
ERP, WMS und TMS
| System | Schwerpunkt |
|---|---|
| ERP | unternehmensweite kaufmännische Ressourcen und Aufträge |
| WMS | Lagerplätze, Bestand, Wege, Kommissionierung |
| TMS | Transportauftrag, Tour, Carrier, Frachtkosten, Status |
| MES | operative Produktionssteuerung |
| Shop/OMS | Kundenbestellung und kanalübergreifende Orderlogik |
Ein führendes Feld pro Datum: Wenn Gewicht, Adresse oder Status in mehreren Systemen manuell gepflegt werden, entstehen Konflikte. Für jedes Objekt und Ereignis braucht es System-of-Record, Eigentümer und Synchronisationsregel.
Logistikprozess
- Kundenauftrag entsteht im ERP.
- Verfügbarkeit und Liefertermin werden geprüft.
- Lieferauftrag geht an WMS/Fulfillment.
- Packstücke, Maße und Gewicht kommen zurück.
- TMS plant Carrier und erzeugt Versanddaten.
- Status/POD aktualisiert Auftrag und Kundenkommunikation.
- Frachtkosten und Rechnung werden abgeglichen.
Einführungskriterien
- Prozesse standardisieren, bevor Sonderfälle programmiert werden,
- Stammdatenbereinigung und Migration testen,
- Rollen, Berechtigungen und Vier-Augen-Prinzip definieren,
- Schnittstellen mit Fehler-/Wiederanlaufprozess bauen,
- Audit Trail und Aufbewahrung sicherstellen,
- Key User schulen und belastbare Cutover-/Fallback-Pläne erstellen.
Praxisbeispiel
Das ERP kennt Auftrag und Bestand, das WMS bestätigt tatsächliche Packmaße, das TMS bucht den Carrier. Ohne Rückmeldung würde die Rechnung auf geschätztem Gewicht beruhen. Eine integrierte Kette übergibt Ist-Daten und verbindet POD mit Auftrag und Debitor.
Kennzahlen
- Stammdatenvollständigkeit,
- Aufträge ohne manuelle Korrektur,
- Schnittstellenfehler und Wiederanlaufzeit,
- Bestands-/Rechnungsabweichung,
- Durchlaufzeit Order-to-Cash.