Disposition in der Logistik: Aufgaben, Ablauf & Kennzahlen

Zuletzt fachlich geprüft: 9. August 2026

Die Disposition ist die operative Planung und Steuerung von Aufträgen, Fahrzeugen, Personal und Zeitfenstern. Im Transport sorgt sie dafür, dass Sendungen mit geeigneter Kapazität möglichst termingerecht und wirtschaftlich bewegt werden.

Definition: Disposition bezeichnet das kurzfristige Zuordnen und laufende Abstimmen begrenzter Ressourcen zu konkreten Aufträgen. Sie verbindet Auftragseingang, Fuhrpark, Fahrer, Route, Lade- und Entladestellen sowie Kundenkommunikation.
Zeithorizont
operativ, oft tagesaktuell
Zielkonflikt
Service, Kosten und Auslastung
Werkzeug
TMS, Telematik und Kommunikation

Aufgaben einer Transportdisposition

  • Aufträge auf Vollständigkeit und Machbarkeit prüfen,
  • geeignetes Fahrzeug und qualifizierten Fahrer zuordnen,
  • Touren, Reihenfolgen und Zeitfenster planen,
  • Gewicht, Maße, Lademittel und Besonderheiten berücksichtigen,
  • Lenk-, Arbeits- und Ruhezeiten sowie Fahrzeugverfügbarkeit beachten,
  • Verspätungen, Störungen und Zusatzaufträge bearbeiten,
  • Statusinformationen an Kunden und Partner weitergeben.
Eingangsdaten Warum sie benötigt werden
Abhol- und Lieferadresse Route, Entfernung und Zufahrt
Zeitfenster und Priorität Reihenfolge und Serviceversprechen
Packstücke, Maße, Gewicht Kapazität und Fahrzeugwahl
Gutart und Sicherung Eignung, Vorschriften und Hilfsmittel
Fahrer- und Fahrzeugstatus reale Verfügbarkeit

Typischer Ablauf

  1. Auftrag erfassen und fehlende Angaben klären.
  2. Aufträge nach Gebiet, Termin und Fahrzeuganforderung bündeln.
  3. Kapazität zuordnen und Tourreihenfolge berechnen.
  4. Fahrer informieren und Transportdaten übergeben.
  5. Ausführung per Status, Scan oder Telematik überwachen.
  6. Bei Abweichung neu planen und Beteiligte informieren.
  7. Nach Abschluss Leistungsdaten und Belege prüfen.
Beispiel: Ein Fahrzeug soll vier Abholungen und drei Zustellungen erledigen. Eine Ladestelle verschiebt ihr Zeitfenster, zugleich fällt ein zweites Fahrzeug aus. Die Disposition bewertet Kapazität, Fahrzeit und Prioritäten, tauscht zwei Stopps und informiert die betroffenen Empfänger.

Wichtige Kennzahlen

Üblich sind Fahrzeugauslastung, Leerkilometer, Stopps je Tour, Kosten je Sendung, Plan-Ist-Abweichung, Pünktlichkeit und Anteil ungeplanter Sonderfahrten. Eine gute Disposition maximiert nicht nur Auslastung: Überladene Touren, unrealistische Zeitfenster oder fehlende Puffer verschlechtern die Zuverlässigkeit.

Praxis-Tipp: Definieren Sie, welche Daten vor Annahme eines Auftrags Pflicht sind. Fehlende Gewichte, Kontaktdaten oder Rampenzeiten verursachen später mehr Aufwand als eine kurze Prüfung zu Beginn.

Disposition und Tourenplanung

Tourenplanung ist ein Teil der Disposition. Die Disposition umfasst zusätzlich Ressourcenentscheidung, Kommunikation und Reaktion auf den laufenden Betrieb. Ein TMS unterstützt die Datenverarbeitung, ersetzt aber nicht die fachliche Bewertung von Ausnahmen. Eng verbunden sind Avisierung und Leerfahrt.

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